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définition - Vorarlberg

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Vorarlberg

                   
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Vorarlberg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Vorarlberg
Landesflagge Landeswappen
Landesflagge Landeswappen
Basisdaten
Landessprache: Deutsch
Landeshauptstadt: Bregenz
Größte Stadt: Dornbirn
Landeshymne: ’s Ländle, meine Heimat
ISO 3166-2: AT-8
Kürzel: V
Website: www.vorarlberg.at
Karte: Vorarlberg in Österreich
Liechtenstein Schweiz Bodensee Vorarlberg Tirol Tirol Salzburg Kärnten Burgenland Wien Steiermark Oberösterreich Niederösterreich Italien Slowenien Deutschland Kroatien Slowakei Tschechien UngarnVorarlberg in Austria.svg
Über dieses Bild
Politik
Landeshauptmann: Markus Wallner (ÖVP)
Regierende Partei: ÖVP
Sitzverteilung im Landtag
(36 Sitze):
ÖVP 20
FPÖ 9
Grüne 4
SPÖ 3
Letzte Wahl: 20. September 2009
(Ergebnisse)
Nächste Wahl: 2014
Bevölkerung
Einwohner: 372.590 (31. März 2012)[1]
– Rang: 8. von 9
Bevölkerungsdichte: 143 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 13,4 %[2] (2012)
Geographie
Fläche: 2.601,48 km²
– davon Land: 2.533,84 km² (97,4 %)
– davon Wasser: 67,64 km² (2,6 %)
– Rang: 8. von 9
Geographische Lage: 47° N, 10° O47.2436111111119.8938888888889Koordinaten: 47° N, 10° O
Höchster Punkt: 3.312 m ü. A.
(Piz Buin)
Tiefster Punkt: 395,23 m ü. A.
(Bodensee)
Verwaltungsgliederung
Bezirke: 0 Statutarstädte
4 Bezirke
Gemeinden: 96
– davon Städte: 5
– davon Marktgemeinden: 11
Karte: Verwaltungsbezirke in Vorarlberg
Bezirk Bludenz Bezirk Bregenz Bezirk Dornbirn Bezirk FeldkirchDie Vorarlberger Verwaltungsbezirke
Über dieses Bild
  Rheintal bei Bregenz
  Hinterer Bregenzerwald

Vorarlberg ist ein Bundesland im Westen von Österreich. Durch seine Verfassung ist es sowohl als „selbständiger Staat“ wie auch als Teil des Bundesstaates definiert.[3] Die Landeshauptstadt ist Bregenz.

Vorarlberg, das im lokalen Dialekt meist Ländle genannt wird, ist das westlichste und flächen- wie bevölkerungsmäßig zweitkleinste Bundesland Österreichs.

Viele Vorarlberger Kulturformen unterscheiden sich vom übrigen Österreich. So werden etwa hoch- und höchstalemannische Dialekte gesprochen (Vorarlbergerisch), während das übrige Österreich fast ausschließlich zum bairischen Sprachraum gehört. Geografisch gesehen liegt das Land weitestgehend im Einzugsgebiet des Rheins,[4] während das übrige Österreich mit kleinen Ausnahmen demjenigen der Donau angehört.[5]

Inhaltsverzeichnis

  Geographie

Die Fläche Vorarlbergs wird im Allgemeinen mit 2.601,48 km² angegeben. Ohne die Fläche des hohen Sees des Bodensees, der nach der allgemein vorherrschenden Kondominiumstheorie völkerrechtlich von allen Anrainerstaaten gemeinsam verwaltet wird, beträgt die Landesfläche allerdings nur 2.596 km². Das Land liegt zwischen dem Bodensee und dem Alpenrhein im Westen, dem Arlberg und der Verwallgruppe im Osten, den Gebirgszügen des Rätikons und der Silvretta im Süden und dem Allgäu im Norden.

  Nachbarländer

Vorarlberg hat Grenzen mit dem Schweizer Kanton St. Gallen und dem Fürstentum Liechtenstein im Westen, dem Kanton Graubünden im Süden, mit dem österreichischen Bundesland Tirol im Osten und dem deutschen Land Bayern im Norden.
Aufgrund einer völkerrechtlichen Besonderheit, nach der es außerhalb der dem Ufer vorgelagerten Halde, dem Tiefenbereich des Bodensees keine festgelegten Staatsgrenzen gibt, und daher alle Anrainerstaaten aneinander grenzen, grenzt Vorarlberg des Weiteren an Baden-Württemberg und den Schweizer Kanton Thurgau.[6]

  Politische Geographie

Das Bundesland ist in vier unterschiedlich große Verwaltungsbezirke aufgeteilt. Die Bezirke tragen jeweils den Namen ihrer Hauptstadt; diese sind, der flächenmäßigen Größe der Bezirke nach abnehmend geordnet Bludenz, Bregenz, Feldkirch und Dornbirn.

Neben diesen Verwaltungsbezirken gibt es sechs Gerichtsbezirke im Bundesland. Es sind dies Bezau, Bludenz, Bregenz, Dornbirn, Feldkirch und Montafon. Generell decken die in den Bezirkshauptstädten ansässigen Bezirksgerichte jeweils den gesamten Bezirk ab. Die beiden Fälle des Bezirksgerichts Bezau, welches fast den gesamten Bregenzerwald sowie das Kleinwalsertal abdeckt, und Montafon, welches, ansässig in Schruns, das komplette Montafon behandelt, beschränken jeweils die Gebiete der Bezirksgerichte Bregenz und Bludenz.

Vorarlberg ist in 96 eigenständige politische Gemeinden und 107 Katastralgemeinden gegliedert. Fünf Vorarlberger Gemeinden führen das Stadtrecht (Bludenz, Bregenz, Dornbirn, Feldkirch und Hohenems) und weitere elf wurden zur Marktgemeinde erhoben.

Sitz der obersten Organe des Landes, des Vorarlberger Landtags und der Landesregierung, ist die Landeshauptstadt Bregenz. Für die Dauer außerordentlicher Verhältnisse kann der Landeshauptmann, laut Landesverfassung, deren Verlegung an einen anderen Ort des Landesgebietes verfügen.

  Talschaften

Das gebirgige Vorarlberg wird geographisch vor allem durch die Täler und deren Flüsse strukturiert: Das Rheintal mit dem Rhein und der Walgau mit der Ill sind die bevölkerungsreichsten Gebiete. Weitere Täler und deren Flüsse sind: Montafon (Ill), Klostertal (Alfenz), Großes Walsertal (Lutz), Brandnertal (Alvier), Laternsertal (Frutz), Leiblachtal (Leiblach), Bregenzerwald (Bregenzer Ach), Kleinwalsertal (Breitach) und das Lechtal (Lech) im Arlberg-Gebiet.

  Großraumgebiete

Vorarlberg wird in mehrere Großräume eingeteilt, die meistens verkehrstechnisch oder -planerisch zusammenhängen. Den wichtigsten dieser Großräume bildet das von Bregenz bis Feldkirch verlaufende Rheintal, welches mit knapp 240.000 Menschen das größte Ballungszentrum Vorarlbergs darstellt. Damit konzentrieren sich rund 66 % der Bevölkerung auf den Westen des Landes.

Die zweitgrößte Region ist der Walgau mit rund 48.000 Einwohnern. Weitere Regionen sind der Bregenzerwald, das Montafon, die Bodenseeregion inklusive Leiblachtal sowie das Große Walsertal. Eine geografische Besonderheit bildet das Kleinwalsertal, das von Österreich aus nicht erreichbar und nur über Bayern zugänglich ist. Dennoch gehört es als „funktionale Enklave“ zum Bezirk Bregenz.

  Flüsse und Gewässer

Als Hauptfluss Vorarlbergs gilt der Neue Rhein (Alpenrhein), der auf weiter Strecke die Staatsgrenze zur Schweiz bildet. Die Ill ist der zweitwichtigste Fluss und durchfließt das Montafon und den Walgau, bevor sie bei Meiningen in den Rhein fließt. Weitere wichtige Gewässer sind die Bregenzer und die Dornbirner Ach, da sie große Teile der Berge des Bregenzerwaldes entwässern. Der größte See ist der Bodensee, an dem Vorarlberg mit einer Uferlänge von gut 11 Prozent (28 Kilometer) beteiligt ist. Weitere bedeutsame Seen sind der Lünersee und der Kopsspeicher, allerdings sind beides Stauseen der Vorarlberger Illwerke. Aus dem Lechquellengebirge entspringt der Lech, der in nordöstlicher Richtung nach Tirol fließt.

  Pässe

Vorarlberg wird im Osten durch drei Pässe mit dem übrigen Österreich verbunden, die nicht oder nur bedingt ganzjährig befahrbar sind. Das sind der Arlberg, der Hochtannberg (verbindet eigentlich das Bregenzerachtal mit dem oberen Lechtal) und die Bielerhöhe in der Silvretta (zwischen dem Montafon und dem Paznauntal). Der Flexenpass stellt die Verbindung zwischen dem obersten Lechtal, dem Klostertal und dem Arlberg her. Ein nicht ganzjährig befahrbarer Pass ist das Furkajoch, welches das Rheintal über das Laternsertal mit dem inneren Bregenzerwald (Damüls) verbindet. Zwei weitere wichtige innervorarlbergische Übergänge sind das Bödele (Losenpass 1.140 m) zwischen Dornbirn beziehungsweise dem Rheintal und dem Bregenzerwald sowie das Faschinajoch, über das eine Landesstraße vom Bregenzerwald ins Großwalsertal und weiter in den Walgau führt.

  Wichtige Berge und Gebirgsketten

Der höchste Berg Vorarlbergs ist der Piz Buin mit 3.312 Metern Höhe. Weitere bekannte Berge sind die Zimba (Rätikon), die Schesaplana (höchster Berg des Rätikons), die Rote Wand (Lechquellengebirge), die Drei Türme (Montafon), die Drei Schwestern (bei Frastanz/Feldkirch), der Diedamskopf und die Kanisfluh im Bregenzerwald, der Große Widderstein (höchster Berg des Kleinen Walsertals), der Karren in Dornbirn und der Pfänder in Bregenz.

Die Rote Wand (2704 m) im Lechquellengebirge in Vorarlberg, winterliche Aufnahme aus dem Hubschrauber, Cinedoku Vorarlberg Titelbild
  Das Gebiet um die Rote Wand bildet die geographische Mitte Vorarlbergs.

Das wohl bekannteste Gebirgsmassiv ist die Silvretta im Südosten des Landes. Hier befinden sich auch Vorarlbergs größte Gletscher. Ein weiterer bedeutender Gebirgszug ist der Rätikon, der sich ebenfalls im Süden des Landes an der Grenze zur Schweiz befindet. Die Gebirge fallen in Richtung Norden steil ab. Im Bregenzerwald steigen die Berghöhen stufenweise Richtung Südosten bis 2.650 m (Braunarlspitze) an. Der bekannte Hausberg der Landeshauptstadt, der Pfänder (1.064 m) im Nordwesten des Landes, erhebt sich zwar mehr als 650 Meter über den Bodensee, ist damit aber dennoch einer der niedrigsten Berge im Landesgebiet.

  Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Vorarlbergs

Vorarlberg war mindestens seit 500 v. Chr. vom keltischen Volksstamm der Brigantier besiedelt. Im Jahr 15 v. Chr. eroberten die Römer das Gebiet.

Um 260 begannen die Einfälle der Alemannen, die dann ab etwa 450 hier siedelten. Mit den Alemannen kam das Gebiet zum Fränkischen Reich, 843 zum Ostfränkischen Reich. Als Erben der Udalrichinger, die karolingische Grafen u. a. im Bodenseegebiet waren, erlangten die Grafen von Montfort um 1200 die Herrschaft im Gebiet von Bludenz, Bregenz und Feldkirch.

Seit dem 14. Jahrhundert gelangten die einzelnen Herrschaften an die Habsburger, die bestrebt waren, ihre Territorien in der heutigen Schweiz und ihre österreichischen Besitzungen zu arrondieren: 1363 die Herrschaft Neuburg am Rhein, 1375 die Grafschaft Feldkirch, 1394 die Herrschaft Bludenz mit dem Montafon, 1397 die Herrschaft Jagdberg, 1451 die halbe Grafschaft Bregenz, 1453 die Gerichte Tannberg und Mittelberg, 1474 die Grafschaft Sonnenberg (der Truchsessen von Waldburg), 1523 die zweite Hälfte der Grafschaft Bregenz. Zahlreiche Herrschaften in Südwestdeutschland (Freiburg im Breisgau) und der heutigen Schweiz (Fricktal im späteren Kanton Aargau) waren ebenfalls in habsburgischem Besitz (Vorderösterreich). Bis ins 17. Jahrhundert hinein stand ein Landvogt an der Spitze der Verwaltung der habsburgischen Gebiete in Vorarlberg.

  Karte Vorarlbergs (von 1783)

Ebenfalls ins 14. Jahrhundert fällt die Einwanderung der Walser aus dem Oberwallis (Schweiz) und Graubünden (Schweiz). Im 13. Jahrhundert war die alemannische Bevölkerung im Oberwallis so stark angewachsen, dass ihnen der Platz zu eng wurde. Eine Ausdehnung weiter nach Westen war wegen der starken Romanen (Herzogtum Savoyen) nicht möglich, deshalb zogen sie über die östlichen und südlichen Gebirgspässe in die nachbarlichen Hochtäler (Walserwanderung).[7]

1765 fiel die Grafschaft Hohenems nach dem Aussterben des Grafenhauses in männlicher Linie ebenfalls an die Habsburger. 1804 rundete der Erwerb der Herrschaften Blumenegg und St. Gerold, ehemals Besitz der Klöster Weingarten bzw. Einsiedeln, und schließlich 1814 des ehemaligen Reichshofes Lustenau das Territorium ab.

In napoleonischer Zeit, zwischen 1806 und 1814, gehörte das Gebiet Vorarlbergs zu Bayern und kam dann bis auf die Westallgäuer Teile der Herrschaften Bregenz und Hohenegg an Österreich zurück; es wurde von Innsbruck aus verwaltet.

1861 wurde Vorarlberg Kronland und erhielt wie alle Kronländer einen eigenen Landtag und dessen Landesausschuss als Exekutivorgan, blieb aber in Hinblick auf die gesamtstaatliche Verwaltung weiterhin in der Zuständigkeit der k.k. Statthalterei in Innsbruck, die den Kaiser als Landesherrn und die k.k. Regierung in Wien vertrat. Reste dieser Verwaltungseinheit mit Tirol gibt es noch heute z.B. im Gerichtswesen (Oberlandesgericht Innsbruck) oder in der Kammerorganisation (Architekten, Notare).

Nach dem Zusammenbruch der Habsburger Monarchie trennte Vorarlberg 1918 seine Verwaltung von derjenigen Tirols. Eine Volksabstimmung, die Verhandlungen mit der Schweiz über einen Beitritt Vorarlbergs zur schweizerischen Eidgenossenschaft befürwortete, ergab 1919 eine Mehrheit von gut 80 Prozent, scheiterte jedoch an der zögerlichen Politik der (provisorischen) Vorarlberger Landesversammlung und am Schweizer Bundesrat, der das sorgsam austarierte Verhältnis zwischen Sprachen und Religionen in der Schweiz nicht durch einen zusätzlichen Kanton mit deutschsprachigen Katholiken ins Ungleichgewicht bringen wollte, sowie an den Friedensverträgen von St. Germain und Versailles.[8] Die herabwürdigende Bezeichnung Vorarlbergs als Kanton Übrig stammt dagegen von einem den Anschluss an Deutschland befürwortenden Gegner des Vorhabens.[9] Mit der Errichtung der Republik wurde Vorarlberg ein selbstständiges Bundesland mit eigener Landesregierung und einer im Wesentlichen bis heute gültigen Verfassung. Vorarlberg ist das einzige österreichische Bundesland, das sich auch als selbstständiger Staat versteht.[3]

Beim so genannten Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 12. März 1938 wurde Vorarlberg mit ganz Österreich vom Deutschen Reich unter dem Jubel der einheimischen Nationalsozialisten de facto annektiert. Bereits kurz nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Vorarlberg mit Tirol zum „Gau Tirol-Vorarlberg“ zwangsvereinigt und als selbstständige Gebietskörperschaft aufgelöst. In Vorarlberg lebten 1938 nur noch sehr wenige Juden. Die seit dem 17. Jahrhundert bestehende Jüdische Gemeinde von Hohenems wurde zwangsweise aufgelöst und die Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert.

Auch in Vorarlberg, das von Kriegshandlungen fast vollständig verschont blieb, forderten die nationalsozialistische Gewaltherrschaft und der Zweite Weltkrieg Menschenleben, darunter aus rassischen oder politischen Gründen Getötete und an den Fronten gefallene Soldaten. Kurz vor Kriegsende im Frühjahr 1945 schoss die örtliche SS noch auf Zivilisten, die beim Anrücken der französischen Truppen „zu früh“ weiße Fahnen aus den Fenstern gehängt hatten.

Nach dem Krieg gehörte Vorarlberg von 1945 bis 1955 gemeinsam mit dem Land Tirol (ausgenommen Osttirol) zur französischen Besatzungszone.

Im Jahr 1964 sorgte Vorarlberg für bundesweite Schlagzeilen, als eine aufgebrachte Menge in der Bodenseegemeinde Fußach erreichte, dass ein Schiff statt auf den vom Bundesministerium für Verkehr vorgesehenen Namen „Karl Renner“ auf den Namen „Vorarlberg“ getauft wurde. Dieser lokale Protest gegen die Zentralregierung wurde unter dem Namen Fußachaffäre bekannt.

In den Jahren 1999 und 2005 verwüsteten schwere Überschwemmungen Teile Vorarlbergs und verursachten große Schäden.

  Name

Der Name „Vorarlberg“ leitet sich vom Pass Arlberg ab: Aus Sicht des alten Reiches, der Stammburg der Habsburger und der Schweizerischen Eidgenossenschaft liegt das Gebiet „vor“ dem Arlberg. Der Name „Vorarlberg“ wird seit Mitte des 18. Jahrhunderts für die zu einem Land zusammengewachsenen Gebiete verwendet.[10]

  Wappen

Hauptartikel: Vorarlberger Wappen

Die staatlichen Symbole des Landes sind das Landeswappen, das Landessiegel, die Landeshymne[11] und die Landesfarben.

Die Vorarlberger Landesverfassung bestimmt im Rahmen der Landessymbole das 1918 eingeführte Landeswappen mit den Worten: „Das Wappen des Landes ist das Montfortische rote Banner auf silbernem Schild.“

Das Montfortische Banner ist mit drei gleich breiten, und schwarz befransten Lätzen versehen und trägt am oberen Rand drei rote Ringe. Das obere Feld des Banners ist mit zwei, die Lätze sind mit drei schwarzen Querlinien durchzogen.[12]

  Politik

Landeshauptmänner der Zweiten Republik
24. Mai 1945 – 18. Oktober 1964 Ulrich Ilg
18. Oktober 1964 – 9. Juli 1987 Herbert Keßler
9. Juli 1987 – 2. April 1997 Martin Purtscher
2. April 1997 – 7. Dezember 2011 Herbert Sausgruber
seit 7. Dezember 2011 Markus Wallner
  Das politische System Vorarlbergs
  Sitzung des Vorarlberger Landtags

Das Amt des Vorarlberger Landeshauptmannes hat zurzeit Markus Wallner (ÖVP) inne, sein Stellvertreter ist Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (ÖVP). Präsidentin des Vorarlberger Landtages ist Bernadette Mennel (ÖVP).

Seit dem Beginn der Zweiten Republik wird Vorarlbergs Politik von der konservativen ÖVP Vorarlberg, zuvor, in der Zeit der Ersten Republik, von deren Vorgängerorganisation, der Christlichsozialen Partei, dominiert. Die SPÖ Vorarlberg schied 1974 aus der Landesregierung aus. Vorarlberg war lange Zeit das einzige österreichische Bundesland, in dem die Regierungssitze laut Landesverfassung nicht nach dem Proporzprinzip, sondern nach dem Majorzprinzip vergeben werden, seit 1999 jedoch gilt auch in Salzburg und in Tirol das Majorzprinzip, es bestehen auch Bestrebungen weiterer Bundesländer auf dieses umzusteigen. Die ÖVP hatte – bis auf die Zeitspanne zwischen 1999 und 2004 – immer eine absolute Mandatsmehrheit im Landtag, die in früheren Landesregierungen dem Juniorpartner FPÖ oder SPÖ zugestandenen Regierungssitze waren keine politische Notwendigkeit. Seit 1984 sind auch Die Grünen als vierte Partei im Vorarlberger Landtag vertreten. Nach der Abspaltung des BZÖ von der FPÖ entschied sich die Vorarlberger Landesgruppe zunächst für einen eigenständigen dritten Weg, ordnete sich 2006 aber wieder der Bundes-FPÖ unter. Das Liberale Forum schaffte den Einzug in den Landtag nie. Der Sitz des Landtages und der Vorarlberger Landesregierung befindet sich in Bregenz.


  Verwaltung

  Politische Bezirke

Politische Bezirke[13]
Bezirk Einwohner Fläche (km²) Bevölkerungs-
dichte
Bezirk Dornbirn 80.438 172 468
Bezirk Feldkirch 98.889 278 356
Bezirk Bregenz 125.647 854 147
Bezirk Bludenz 62.074 1.286 48
Vorarlberg 367.766 2.590 142

Vorarlberg gliedert sich in vier politische Bezirke. Das sind von Nord nach Süd geordnet:

Obwohl die Städte Bregenz, Dornbirn und Feldkirch durchaus die erforderliche Größe hätten, gibt es in Vorarlberg keine Statutarstadt.

  Einrichtungen der Verwaltung

In Vorarlberg ist die Verwaltung traditionell dezentral organisiert. Dies liegt zum einen daran, dass Vorarlberg bis 1918 kein eigenständiges Land war, deshalb auch keine Landeshauptstadt besaß und die Einrichtungen auf die größten Städte aufgeteilt wurden. Zum anderen liegt es daran, dass Bregenz zwar Sitz von Landtag und Landesregierung ist, als drittgrößte Stadt des Landes aber nicht die zentrale Stellung einnimmt wie dies Landeshauptstädte in den meisten anderen Bundesländern für gewöhnlich tun. So kann das gesamte Rheintal, insbesondere die drei größeren Städte Bregenz, Dornbirn und Feldkirch, als das eigentliche politische und gesellschaftliche Zentrum Vorarlbergs angesehen werden.

Einrichtungen mit landesweiter Bedeutung in den einzelnen Städten und Gemeinden, die normalerweise in der Landeshauptstadt angesiedelt sind, sind beispielsweise:

Bregenz: Landesregierung, Sicherheitsdirektion, Landespolizeikommando, Militärkommando, Landesbibliothek, Landesarchiv, Landesmuseum, Landestheater, Landesschulrat für Vorarlberg (Schulaufsicht), Kunsthaus Bregenz, Bregenzer Festspiele, Landwirtschaftskammer, Regionalbüro der Sozialversicherungsanstalt der Bauern, Landesstelle der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter

Wolfurt: Güterbahnhof für das gesamte Rheintal – daraus resultierend: Postamt Wolfurt-Bahnhof als größtes und wichtigstes Postamt, Zollamt Wolfurt-Bahnhof und Sitz der ÖBB-Postbus AG

Dornbirn: ORF-Landesstudio, Fachhochschule, Vorarlberger Gebietskrankenkasse, Landesstelle der Pensionsversicherungsanstalt, Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammer, Ärztekammer

Feldkirch: Sitz der Diözese, Landesgericht, Hauptzollamt für Vorarlberg, Arbeiterkammer, Österreichischer Gewerkschaftsbund, Wirtschaftskammer, Pädagogische Hochschule, Landesstelle der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft, größtes Landeskrankenhaus (Landeskrankenhaus Feldkirch), Finanzlandesdirektion für Vorarlberg, Vorarlberger Landeskonservatorium, Landesvermessungsamt, Landesfeuerwehrschule

Lustenau: Industriellenvereinigung, Sitz der Internationalen Rheinregulierungsbehörde, wichtigstes Zollamt Richtung Schweiz, zentrales Erdöllager für ganz Vorarlberg

  Natur

Die Zimba ist einer der bekanntesten Kletterberge in Vorarlberg mit einer Höhe von 2.643 m ü. A. Da die Form des Berges von allen Seiten an ein Horn erinnert, wird sie auch Vorarlberger Matterhorn genannt. Die Zustiege in die Klettertouren sind nicht allzu schwer, jedoch sollten die Touren an sich nicht unterschätzt werden. Der höchste Berg ist der Piz Buin in der Silvretta mit 3.312 m ü. A.

Das Naturschutzgebiet Rheindelta ist das größte Feuchtgebiet am Bodensee und zählt zu den bedeutendsten Brut- und Rastgebieten für Vögel.

Zu den spektakulärsten Naturschauspielen im Rheintal gehört das Ebniter Tal mit der Rappenloch-, Alploch-, Schaufelschlucht, dem Staufensee, dem Kirchle und der Kobelach. Die Schluchten sind über Dornbirn erreichbar und von April bis Oktober begehbar, außerhalb dieser Zeit besteht die Gefahr von Steinschlag.

 
Blick von der Hohen Kugel in Richtung Vorarlberger Rheintal und den Bregenzerwald

  Bevölkerung


Vorarlberg ist mit 143 Einwohnern pro Quadratkilometer nach Wien das am zweitdichtesten besiedelte Bundesland Österreichs. Mit dem Ballungsraum zwischen Feldkirch und Hörbranz verfügt es über eines der am dichtesten besiedelten Gebiete Europas. Aufgrund der im österreichischen Vergleich frühen Industrialisierung, entwickelte sich Vorarlberg bereits im 19. Jahrhundert zu einem klassischen Einwanderungsland. Das flächenmäßig kleine Land hat neben Wien den höchsten Immigrantenanteil. Dieser lag im Jahr 2008 bei etwa 13 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die größte migrantische Gruppe stellen, entgegen dem österreichischen Schnitt, Bewohner türkischer Herkunft, knapp gefolgt von Immigranten aus dem ehemaligen Jugoslawien. Die weit abgeschlagene drittgrößte Immigrantengruppe stellen in Vorarlberg Menschen aus Deutschland dar.

Vorarlberg war bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts noch relativ dünn besiedelt. Die Rheinregulierung, der Bahnbau und der damit verbundene Aufschwung der Industrie förderte die Immigration von Trentinern, welche als Arbeitskräfte ins Land kamen. Zeugnis dieser Einwanderungswelle sind noch heute zahlreiche italienische Nachnamen, darunter auch bekannte wie etwa Collini oder Girardelli.

Die erste Einwanderungswelle beginnend in der Zwischenkriegszeit bestand hauptsächlich aus Menschen aus Ostösterreich, vor allem Steirer und Kärntner. Während der NS-Zeit wanderte eine große Anzahl von Südtiroler Optanten ein. Zu diesem Zweck entstanden auch die markanten, noch heute erhaltenen und bewohnten, Südtiroler-Siedlungen in den größeren Gemeinden des Landes.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erreichten mehrere größere Einwanderungswellen das Vorarlberger Land, was den großen Bevölkerungssprung zwischen 1923 und 1951 (trotz des Krieges) und zwischen 1961 und 1971 erklärt. So waren etwa im Jahre 1966 26,3 Prozent der Vorarlberger Bevölkerung außerhalb des Landes geboren worden.[14] Die erste Welle bestand vor allem aus deutschen Heimatvertriebenen (Sudetendeutsche und Untersteirer). Die zweite große Einwanderungswelle der 1960er und frühen 1970er Jahre kam mit den Gastarbeitern besonders aus der Türkei und Jugoslawien, deren Arbeitskraft vor allem in der Textilindustrie benötigt wurde. Diese Migrationswelle wurde durch die relativ gute Wirtschaftslage in Vorarlberg und der benachbarten Schweiz herbeigeführt.

  Religion

  Religiöse Zugehörigkeit der Bevölkerung in Vorarlberg[15]

Bei der letzten von der Statistik Austria durchgeführten Volkszählung im Jahr 2001 waren etwa 78 Prozent der Vorarlberger römisch-katholischen und etwa 2,2 Prozent evangelischen Glaubens. Unter den evangelischen Gläubigen bekannte sich der Großteil zum Augsburger Bekenntnis, es gab aber auch eine kleine Gruppe, die sich zum helvetischen Bekenntnis bekannte. Muslime machten im Jahr 2001 circa 8,4 Prozent der Bevölkerung aus, womit der Islam die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft in Vorarlberg ausmacht. Dieser Glaube wird vor allem von türkischen und bosnischen Einwanderern praktiziert und ist überdurchschnittlich stark im Bezirk Dornbirn vertreten, wo verschiedene muslimische Glaubensgruppen mehr als 10 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Ohne Glaubensbekenntnis waren bei der Volkszählung 2001 in ganz Vorarlberg 20.945 Personen, was etwa 6 Prozent der Bevölkerung entsprach.[15]

  Dialekt

Hauptartikel: Vorarlbergerisch

Im Gegensatz zum restlichen Österreich werden in Vorarlberg keine bairischen, sondern alemannische Dialekte gesprochen, vergleichbar dem alemannischen Schweizerdeutsch, dem südbadischen Alemannisch und dem Schwäbischen. Die beliebte Bezeichnung Vorarlbergs als „Ländle“ weist auf den alemannischen Sprachraum hin. Der nördliche Vorarlberger Dialekt (Bregenzerwald und die Landeshauptstadt Bregenz) ist am nächsten mit dem Allgäuer Dialekt verwandt; der im Vorarlberger Rheintal gesprochene Dialekt orientiert sich eher an den Dialekten des Schweizer Rheintals (Kanton St. Gallen) sowie Liechtensteins. Vor allem in geographischen Bezeichnungen, aber auch für manche Alltagsgegenstände, haben sich viele romanische Begriffe erhalten und verbreitet.

  Verkehr

Die Hauptverkehrsachse Vorarlbergs führt durch das Rheintal, den Walgau und das Klostertal zum Arlberg, durch den das Bundesland unter anderem mit dem restlichen Österreich verkehrstechnisch verbunden ist. Die erwähnenswertesten Übergänge nach Tirol sind die Bielerhöhe, der Arlbergpass und der Arlbergstraßentunnel, sowie der Übergang ins Lechtal bei Warth.

Auf Ebene des Individualverkehrs ist diese Verkehrsachse mit der Rheintal/Walgau Autobahn A 14 und der Arlberg Schnellstraße S 16 (mit dem Arlberg Straßentunnel) realisiert.

Im Dezember 2008 wurden Vorarlberg, von Seiten des Bundes, Fördermittel in der Höhe von 4,7 Millionen Euro zur Durchführung eines Modellversuches für Elektroautos zugesprochen. Dabei sollen, vor allem im Rheintal, etwa 100 E-Wagen neu eingeführt werden, 50 davon werden durch die Illwerke/VKW-Gruppe angeschafft und verleast. Der für die Fahrzeuge benötigte Strom soll durch erneuerbare Energien gewonnen werden. Bei der Ausschreibung für die Modellregion hatte sich das Land gegen Graz, Linz und Salzburg durchgesetzt.[16]

Im Bereich des öffentlichen Verkehrs sind die Hauptverkehrsachse die Vorarlbergbahn und die Arlbergbahn. Zusammen mit der Bahnstrecke Feldkirch–Buchs werden diese Strecken von der ÖBB bedient. Daneben gibt es noch die von der Montafonerbahn betriebene Bahnstrecke Bludenz–Schruns. Die EuroCity-Züge von München nach Zürich halten in Vorarlberg im Bahnhof Bregenz. Die Railjet Züge von Wien nach Zürich halten am Bahnhof Feldkirch.

Die Schmalspurstrecke im Bregenzerwald wurde in den 1970er-Jahren größtenteils stillgelegt und nur noch ein kurzer Abschnitt wird heute als Museumsbahn betrieben. Das Landbus, Stadtbus und Ortsbus System (die meisten Linien im Halbstundentakt) komplettieren die öffentlichen Verkehrsmittel, die tariflich im Verkehrsverbund Vorarlberg integriert sind.

Die Bodenseeschifffahrt hat entgegen den benachbarten Regionen in der Schweiz und Deutschland keine große Bedeutung. Sie dient zumeist touristischen Zwecken und verkehrt hauptsächlich im Sommer. Ein Bodenseeschiff heißt Vorarlberg, siehe dazu Fußachaffäre.

Vorarlberg hat außer einem Flugplatz für Sportflugzeuge in Hohenems und zwei Heliports in Feldkirch und Ludesch keinen Flughafen. Die nächsten Flughäfen sind Altenrhein (Schweiz), Friedrichshafen (Deutschland), Memmingen (Deutschland), Zürich (Schweiz), Innsbruck (Österreich), München (Deutschland) und Stuttgart (Deutschland).

  Wirtschaft

  Standort

Wirtschaftlich ist das Bundesland Vorarlberg eine der am frühesten entwickelten Industrieregionen Österreichs. Heute dominiert nicht mehr so sehr die traditionelle Textilindustrie, sondern die feinmechanische und Elektroindustrie sowie der Tourismus (Lech und Zürs am Arlberg, Montafon, Bregenzerwald, Kleinwalsertal). Vorarlberg ist das am zweitstärksten industrialisierte Bundesland Österreichs mit der stärksten Exportorientierung (Exportquote der Industrieproduktion zirka 70 Prozent). Ein weiterer wichtiger Faktor sind die Grenzgänger in die Schweiz und nach Liechtenstein. Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte Vorarlberg 2006 einen Index von 129,5 (EU-27 = 100).[17]

  Industrie

Zu den großen Vorzeigeunternehmen mit internationaler Bedeutung zählen die Julius Blum GmbH und Grass in Höchst (Beschläge), Gebrüder Weiss in Lauterach, Zumtobel in Dornbirn (Lichttechnik), Alpla in Hard (Plastikverpackungen), Doppelmayr in Wolfurt (Seilbahnanlagenbau), Rauch Fruchtsäfte in Rankweil und Nüziders sowie Pfanner in Lauterach (Fruchtsäfte), Suchard (Schokolade) und Getzner Textil in Bludenz und Wolford (Textilien) in Bregenz. Daneben haben sich auch einige bedeutende ausländische Großkonzerne mit strategischen Produktionsanlagen in Vorarlberg angesiedelt. Hier sind beispielsweise Liebherr und Hydro-Aluminium in Nenzing zu nennen. Zudem sind in Vorarlberg vier Brauereien angesiedelt, die größte und älteste – seit 1834 bestehende – Mohrenbrauerei August Huber befindet sich in Dornbirn.

  Dienstleistungsbetriebe

In Vorarlberg bieten 51 Pflegeheime 2.147 Wohn-/Pflegeplätze an, davon 1.818 Pflegeplätze und 329 Wohnplätze in 1.914 genutzten Zimmern; davon sind 1.755 Einzelzimmer. 2006 wurden 3.687 Menschen betreut, davon kamen 1.152 nur vorübergehend in ein Pflegeheim (alle Zahlen 2006).

Die Prostitution ist in Vorarlberg de facto verboten, da sie nur in vom Gemeindevorstand bewilligten Bordellen stattfinden darf und keine solchen Bewilligungen erteilt werden. 2011 bestanden ca. 70 bis 100 illegale Bordelle; das Gewerbe und die Kunden weichen auch in das benachbarte Schweizer Rheintal aus.[18]

  Energie

Stromwirtschaft bildet heute einen grundlegenden Punkt der Vorarlberger Wirtschaft, wobei Wasserkraft die Hauptenergiequelle ist. Diese wird vorwiegend für die Produktion von Spitzenstrom genutzt. Aufgrund eines Abkommens mit Baden-Württemberg wird Spitzenstrom mit deutschem Grundstrom im Verhältnis 1:4 ausgetauscht. 2003 war Vorarlberg auch die erste Region Europas, in der mehr regenerative Energie erzeugt als dort verbraucht wird. Ökostrom aus Vorarlberg wird deshalb auch ins deutsche Westallgäu, in die Schweiz und in andere österreichische Bundesländer verkauft. Der größte Stromerzeuger Vorarlbergs ist die Illwerke AG. Sie produziert 75 Prozent des Vorarlberger Stroms vor allem durch Wasserkraft. Größter Stromverkäufer des Landes ist die Vorarlberger Kraftwerke AG.

  Tourismus

Die Tourismuswirtschaft nimmt in Vorarlberg, obwohl das Land eine etablierte Destination ist, eine für ein Alpenland verhältnismäßig geringe Rolle ein. Der Brutto-Wertschöpfungsanteil liegt bei etwa 6 %.[19] Im Tourismusjahr 2002/03 etwa wurden Einnahmen von 2,1 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Dabei zeigt sich die Branche in den letzten Jahren stabil, zwischen 1980 und 2003 schwankte die Anzahl der Nächtigungen zwischen 7,5 bis 8,7 Mio. pro Jahr. Dabei halten Ausländern 88 %, davon Deutschland 74 % (2003).

Wichtigste Tourismusregion ist das Montafon (Nächtigungsanteil 2003: 25 %), es folgen das Kleine Walsertal und der Bregenzerwald (etwa 20 %), der Arlberg, die Region Bludenz und die Region Bodensee-Alpenrhein (etwa 12 %).[20]

  Tendenzen

Die Wirtschaftsentwicklung Vorarlbergs wurde in den letzten Jahren als „sehr positiv und wird für die Zukunft dynamischer eingeschätzt als für die Nachbarländer“, das galt auch für die prognostizierten Bevölkerungs- und Beschäftigtenzuwächse im Vergleich zu den benachbarten Staaten, mit Ausnahme von Liechtenstein.[21]

Die Vorarlberger Wirtschaft ist aber aktuell von vielen Veränderungen betroffen, wie Abwanderung von Industriebetrieben (Huber Tricot in Götzis, Head in Kennelbach) und steigenden Arbeitslosenzahlen. Die Arbeitslosenquote in Vorarlberg liegt aktuell (Oktober 2009) mit 7,9 Prozent 1,1 Prozentpunkte über dem österreichweiten Durchschnitt und hat gegenüber dem Vorjahr um 33 Prozent zugenommen.

  Architektur

Die Architekturszene in Vorarlberg ist europaweit reputiert und hat mit der Neuen Vorarlberger Bauschule „Vorarlberg“ zu einem Label für eine anspruchsvolle Architekturhaltung einer fruchtbaren Auseinandersetzung zwischen traditioneller Bauweise und moderner Interpretation gemacht. Die Vorarlberger Bauschule gilt als einer der wichtigsten Vorreiter der Neuen Alpenarchitektur.

Für die historische Architektur sind im Besonderen die eigenständigen Bauformen des Wälderhauses und des Montafonerhauses relevant.

  Medienlandschaft

Im Bereich der Printmedien dominiert die Tageszeitung Vorarlberger Nachrichten, die neben den beiden anderen reichweitenstarken, landesweit verbreiteten Printprodukten (Neue Vorarlberger Tageszeitung, Wann&Wo) unter dem Dach des Vorarlberger Medienhauses der Verlegerfamilie Russ erscheint. Zur herausgeberischen Linie der VN gehörten in der Vergangenheit immer wieder Kampagnen, die Vorarlberg als eigenständige Einheit gegenüber „Restösterreich“ (insbesondere dem sozialdemokratisch dominierten Wien als historisches „Feindbild“) propagieren (Stichwort Schiffstaufe Fußach 1964).
Im Zeitungssektor kam es immer wieder zu gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen dem Vorarlberger Medienhaus und anderen Verlegern, die das Vorarlberger Medienhaus in einer Art Monopolstellung sehen. Das Vorarlberger Medienhaus hält auch Anteile am Privatsender „Antenne Vorarlberg“. Diesem Medienaufgebot kann sich in Ansätzen nur der öffentlich-rechtliche Österreichische Rundfunk entgegensetzen, mit dem täglichen regionalen TV-Nachrichtenprogrammfenster sowie dem Radiosender Radio Vorarlberg. Am 5. März 2007 hat die erste Analog-Abschaltung in Österreich stattgefunden und die endgültige Umstellung auf digitales TV (DVB-T) startet.

  Siehe auch

 Portal:Vorarlberg – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Vorarlberg

  Literatur

  Weblinks

 Commons: Vorarlberg – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Vorarlberg – in den Nachrichten
Wiktionary Wiktionary: Vorarlberg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

  Einzelnachweise

  1. Amt der Vorarlberger Landesregierung, Landesstelle für Statistik: Bevölkerungsstatistische Verwaltungszählung. Erhebung der Hauptwohnsitze für das erste Quartal 2012.
  2. Bevölkerung zu Jahresbeginn seit 2002 nach zusammengefasster Staatsangehörigkeit - Vorarlberg, Statistik Austria
  3. a b Artikel 1, Absatz 2 der Vorarlberger Landesverfassung bestimmt das Land als selbständigen Staat.
  4. iksms
  5. transboundarywaters
  6. Angabe laut Geoportal Bodensee
  7. Einwanderung nach Vorarlberg und Tirol, beschrieben auf der Seite "Walser in den Alpen" (walser-alps.eu).
  8. Onlineauftritt comanitas.com Daniel Witzig: Die Vorarlberger Frage. Die Vorarlberger Anschlussbewegung an die Schweiz, territorialer Verzicht und territoriale Ansprüche vor dem Hintergrund der Neuregelung Europas 1918-1922 (Basler Beiträge zur Geschichtswissenschaft 132). Basel/Stuttgart, 1974.
  9. Jörg Krummenacher: «Kanton Übrig». Wollen die Vorarlberger noch heute zur Schweiz? NZZ Online, 23. Oktober 2008, abgerufen: 7. Juli 2010
  10. Landesname Website der Vorarlberger Landesregierung, abgerufen: 7. Juli 2010
  11. Vorarlberger Landeshymne abspielen
  12. Angabe laut Website der Vorarlberger Landesregierung, abgerufen: 7. Juli 2010
  13. Hauptwohnsitze am 30. September 2008; Quelle: Vierteljährliche Verwaltungszählung der Vorarlberger Landesregierung
  14. Peter Meusburger, Die Ausländer in Liechtenstein. Eine wirtschafts- und sozialgeographische Untersuchung, Innsbruck 1970, S. 53
  15. a b Statistik Austria: Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis und den Bundesländern.
  16. Vorarlberg, Energie; ORF-Online vom 4. Dezember 2008, abgerufen: 7. Juli 2010
  17. Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF-Datei; 360 kB)
  18. Im Rheintal statt im «sauberen Ländle» ins Bordell: Das faktische Prostitutionsverbot in Vorarlberg führt zur Häufung von Etablissements in St. Gallen, Neue Zürcher Zeitung vom 29. Juli 2011, S. 12
  19. Wirtschaftskammer Vorarlberg, 2003. Zitiert nach  Amt der Vorarlberger Landesregierung (Hrsg.): Verkehrskonzept Vorarlberg 2006 – Mobil im Ländle. In: Schriftenreihe Raumplanung Vorarlberg. 26, Bregenz Januar 2006, 3.3 Wirtschaftsentwicklung, S. 19 (pdf, vorarlberg.at).
  20. Amt der Vorarlberger Landesregierung, 2004. Zitiert nach  Verkehrskonzept Vorarlberg 2006. 3.3 Wirtschaftsentwicklung, S. 19.
  21.  Prognos AG (Hrsg.): Entwicklung des grenzüberschreitenden Verkehrs im Vorarlberg. Aktualisierung der Studie zum grenzüberschreitenden Straßenverkehr im Vorarlberger Rheintal aus dem Jahr 1990. Basel 2001. Zitiert nach  Verkehrskonzept Vorarlberg 2006. 3.3 Wirtschaftsentwicklung, S. 19.
   
         
   

 

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